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07.01.2015
Ö-Paracycling:verwaltet Richtung Rio

Update meiner "Freizeitbeschäftigungen" als Invaliditätsrentner: nachdem ich den Behindertenradsport in den letzten Jahren nur von der Seitentribüne betrachtet habe, bin ich nun wieder mitten im Geschehen.
Der Ö-Radsportverband hat im Frühjahr 2014 die Verantwortung für alle internationalen Belange des Behindertenradsports (Para-cycling) hinsichtlich UCI-Bewerben übernommen.
Nachdem ja mein Bein nicht nachwächst, ist mir in den über 20 Jahren in denen es dies komischerweise nicht tut, der Behindertenradsport umso mehr ans Herz gewachsen und ich setzte mich für diesen Sport, der mir sehr viel gab, auch noch immer sehr gerne ein und meine Bestreben im Sport ist es als Trainer oder Funktionär die Sportler so zu einem Wettkampf zu führen, als wenn ich diesen selbst bestreiten würde – das heißt gut zu planen und immer wieder nachzudenken, was und wie könnte man es noch besser machen.
Jeder im österreichischen Sport weiß natürlich, dass dies bei unseren Strukturen gar nicht so leicht ist und oft fragt man sich hier wie in vielen anderen Belangen: was ist das Ziel? Ist es wirklich Ziel der österreichischen Sportförderung dass sie unseren Sportlern optimale Bedingungen schafft? Die vielen verzweigten Strukturen und Zuständigkeiten erfordern eine Verwaltung, die ja in Österreich traditionell sich selbst zum Selbstzweck macht. Da geht’s also in der Spitzensportförderung (zu lesen in §1. Pkt. 2 der Geschäftsordnung des Beirates der Spitzensportförderung): Zweck ist es, optimale Rahmenbedingungen für die Fördervergabe zu schaffen!
Also nicht: durch die Fördervergabe optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, sondern für die Vergabe, also die Verwaltung.
Damit ist die Zielsetzung für den Sport: „Medaillenerfolge durch Österreichs Sportler ermöglichen“ und den „Sport im Sinne der Gesundheitsprävention durch Bewegung optimal präsentieren“ nicht so erreichbar, wie es mit einem Einsatz dieser großen Summe an österreichweiten Sportförderungsgeldern möglich wäre.
In der konkreten Vorbereitung auf die so wichtige Saison vor dem Paralympicjahr stellten die Sportler und der Verband Mitte September 2014 ihre Ansuchen um die Sportfördergelder aus den Töpfen Team-Rio und Team-Rot-Weiß-Rot. Bis dato (7.1.2015!!!) weiß ich als einer der Projektverantwortlichen und für die Organisation der Wettkampfentsendungen zuständiger ehrenamtlicher Referent nicht wie viel Fördergeld wir bekommen und was wir überhaupt gefördert bekommen. Wie soll da eine vernünftige Planung gemacht werden können, Reisen zu WM etc. rechtzeitig und kostengünstig gebucht werden etc. Die Sportler sind jetzt am Weg zu ihren ersten Trainingslagern und wissen nicht ob und wie viel sie dafür an Förderung erhalten. Und dass fast VIER Monate nach Einreichung der Förderanträge.
Unseren 4 Team-Rio Sportlern geht’s da nicht wirklich besser: Die haben am 23.Dezember erfahren dass sie nicht einmal die Hälfte des angesuchten Betrages bewilligt bekommen, wissen aber auch bis jetzt nicht was sie genau gefördert bekommen, außer einer „mündlichen“ Ankündigung, dass Sportmaterial nicht dabei sein wird. Das ist aber gerade für die neu in den Kader aufgenommen Sportler katastrophal, müssen sie sich doch jetzt Sponsoren oder andere Geldquellen für wichtiges langlebiges Sportmaterial wie zb. ein int. wettkampftaugliches Handbike suchen – obwohl in den Erklärungen zu den Team-Rio-Ansuchen stand dass dies gefördert wird. Und im Behindertensport gibt es nach wie vor nahezu keine „Vollzeitsportler“ wie sonst im Hochleistungssport in Österreich, denn als solcher ließe es sich mit einem guten Team und finanzkräftigen Verband im Hintergrund beruhigter und wesentlich besser vorbereitet in die Saison ziehen.


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