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09.07.2012
Europäischer Trend Radschnellwege

Immer mehr Radschnellwege für Radpendler bis 15 km in Europa
Im Mai 2012 wurde in den Niederlanden die „Fietsroute Plus“ von Zuidhorn nach Groningen eröffnet. Zeitgleich eröffnet Kopenhagen mit dem C99 den ersten Cykelsuperstier und London feierte seine ersten vier von zwölf Cycle Superhighways. Was steckt hinter den Radschnellwegen – in den Medien gerne als „Fahrrad-Autobahnen“ bezeichnet? Hier ein Überblick über den europäischen und österreichischen Trends zu Radschnellwegen.

Die Niederlande sind das Ursprungsland für Radschnellwege in Europa. Dort wurden Anfang der 1980er Jahre die ersten lokalen Radschnellwege gebaut. Seit 2006 werden im Rahmen des nationalen Programms „Fiets filevrij“ mit einem Budget von 82 Mio. Euro (2008-2020) landesweit Radschnellwege in Ballungsräumen geplant und angelegt, um vor allem im Berufsverkehr den Autoanteil zu reduzieren. Das prägende Gestaltungselement der kreuzzungsfreien holländischen „Schnellradrouten“ ist der rote 4–4,5 m breite Radweg, der durch Beleuchtung, Wegweisung, Rastplätze und Beschilderung ergänzt wird.

www. cykelsuperstier.dk

Kopenhagen hat durch den hohen Radverkehrsanteil schon ein Kapazitätsproblem auf den Radwegen. Um die Kapazität auszuweiten und das Ziel bis 2015 50% der Pendler auf das Fahrrad zu bringen zu erreichen, wurde für den Großraum Kopenhagen ein Netz von 26 Cykelsuperstier auf einer Länge von 300 Kilometer geplant. Diese führen auf einer Distanz bis 15 Kilometer radial vom Zentrum aus in den Großraum Kopenhagen. Die dafür notwendigen Investitionskosten werden auf 55-117 Mio. Euro geschätzt.

London Borough of Hammersmith & Fulham

Um den Radverkehr in der britischen Hauptstadt deutlich zu stärken, wird bis 2015 ein Netz von 12 „Cycle Superhighways“ errichtet, welches radial die äußeren Stadtteile mit der Londoner Innenstadt verbindet. Die Ausführung der einheitlich blau markierten Fahrradrouten entspricht nicht ganz den in den Niederlanden und Dänemark üblichen Anforderungen an Radschnellwege. Die Cycle Superhighways werden sowohl auf bis zu 2,5 Meter breiten Radwegen als auch auf Radfahrstreifen im Straßenraum geführt.

Auch in Deutschland gibt es erste Planungen für Radschnellwege, wenn auch derzeit nur auf regionaler Ebene. So werden in einer Machbarkeitsstudie für die Metroploregion Hannover-Braunschweig in einem ersten Schritt sechs Radschnellwege vorgeschlagen. Und in einer Konzeptstudie wurde die Umsetzbarkeit eines 85 Kilometer langen Radschnellwegs durch das Ruhrgebiet überprüft. Die Planungen zeigen, dass die Notwendigkeit einer qualitativen hochrangigen Radinfrastruktur für den Radpendlerverkehr erkannt wurde. Die Umsetzung steht in Deutschland aber erst am Beginn.

Vorarlberg hat sich mit dem Thema Radschnellwege schon 2009 in der Landesradverkehrsstrategie „Frischer Wind“ auseinandergesetzt. Als infrastrukturelles Rückgrat für den Radverkehr in Vorarlberg wurde die Entwicklung eines attraktiven, zügig und sicher befahrbaren Netzes an „Landesradrouten“– analog zu den Autobahnen und Landesstraßen – beschlossen. Inzwischen sind die Planungsarbeiten mit den Regionen im Gange, und auch die ersten kurzen Teilabschnitte wie die Verbindung Bregenz-Hard über die neue Ach-Radbrücke wurden schon eröffnet.

Studie Wiener Umland
Im ways2go Forschungsprojekt s:ub:city wurde 2011 das Potenzial von Elektro-Fahrrädern in Kombination mit Radschnellwegen für das Wiener Umland untersucht. Dabei zeigt sich der Wiener Südraum als Bereich mit dem größten Potential. Von den Pkw-Pendlern könnten mittels E-Bikes und Radschnellwege rund 21% auf das Fahrrad gebracht werden. Als Mindestkriterien für leistungsfähige Radschnellwege wurden definiert:

Projektierungsgeschwindigkeit von 30 km/h
4,0 Meter Breite im Zweirichtungsradverkehr
Maximale Steigung von 4%
Kurvenradius von min. 20 Meter


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