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14.05.2008
PWC Manchester mit Fabelzeiten (2xkorrigiert)

Am letzten Wochenende wurde in Manchester wieder der Paralympic Worldcup ausgetragen, ein Einladungsrennen der Engländer, indem sie ihre Sportler in einigen Sportarten sehr gut im TV präsentieren.

Die Sportler aus GB bereiten sich auf diesen Bewerb auch immer wie auf einen der wichtigsten Saisonhöhepunkte vor und liefern dann auch jedes Jahr Rekorde ab.

In Vorbereitung auf die Paralympics wurden aber heuer dort Zeiten gezeigt, die für andere Nationen besorgniserregend sein müssen.

Wenn Weltrekorde gleich um ein oder zwei Sekunden verbessert werden ist aber nicht nur Jubel gefragt, sondern es muss auch die Frage erlaubt sein, wieweit der Behindertensport bereits in allen Bereichen des internationalen Hochleistungssports mitmacht, und ob alle Klassifizierungen wirklich der jeweiligen Behinderung entsprechen.

Wenn also ein Fahrer der Kategorie CP3 wie Darren Kenny die 1000m mit neuem WR in 1:09:889 fährt, da bin ich mir nicht mehr sicher ob er ein CP 3 ist oder das wirklich nur am optimalen Training (das die Engländer zweifelsohne für ihr Team bieten)liegt.
Die 3000m fuhr Kenny in 3:40:676, das wäre auch neuer WR um 2 Sekunden schneller! (die Daten auf der IPC-Seite stimmen sind nicht aktuell, die Aktualisierungen lassen ja seit dem Wechsel zur UCI auf der IPC-Website zu wünschen übrig - aber Achtung, bei der UCI gibt es die aktuellen Rekorde).
Kenny gewinnt also souverän beide Bewerbe der Klassen LC3-LC4-CP3.

Ähnlich dominiert Jody Cundy, LC2 (natürlich auch aus England) in der Klasse LC1-LC2-CP4 das 1000m Rennen und gewinnt dort mit 1:07,405, wobei auch noch der Japaner Masashi, CP4 mit 1:08 weit unter der alten WR-Marke geblieben ist. Jiri Jezek konnte die 4000m in 4:48.642 gewinnen.

Da dürfen wir in Österreich mit einer für die wichtigsten Monate der Vorbereitung gesperrten Bahn (wegen der Euro 08) unser Erwartungen für Peking gleich noch einmal zurückschrauben, auch im Teamsprint sind die Zeiten der anderen Nationen weit von unseren Möglichkeiten entfernt.

Dass die Engländer aber als Nation beste Arbeit für den Sport machen zeigen immer wieder ihre sportartenübergreifenden Maßnahmen.
Ist ein Athlet in einer Sportart zwar sehr gut, GBR hat aber einen oder 2 Bessere für die WM, dann ist die gezielte Umschulung in eine andere Sportart bei ihnen fast normal. Damit sind sie schon in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich gewesen, wie beim Umstieg von Schwimmern aus dem Nichtbehindertensport zum Tandempilot bei den Behinderten. Sie holten damit schon einige Medaillen, nun haben sie wieder einen Quereinsteiger, diesmal aus dem Behindertensport:

Aus dem Lager der Judokas!! holten sie Simon Jackson (Details zur Person unten), er holte nun im Manchester am Tandem die Silbermedaille über 1000m in 1:07,405.
Das ganz Besondere daran: In's Radlager wurde er vom Verband aber erst vor 3 Wochen geholt, er trainiert also erst seit 3 Wochen am Bahnrad/tandem!!!!

Da dürfen sich wohl die Verbände der ganzen Welt ein Beispiel nehmen was bei guter Zusammenarbeit zwischen allen Sportverbänden und Sportarten einer Nation möglich wäre, in England wird dies natürlich durch die Art der Förderung des Behindertensports begünstigt. Dort bekommt der nationale Fachverband nur 100% seiner Förderung aus den Lottomitteln, wenn er die Elite des Behindertensports voll integriert. Dass das Erfolge und Medaillen bringt sehen wir seit Jahren und werden wir in 4 Jahren richtig demonstriert bekommen.

SIMON JACKSON FACTFILE
Born: 28 May 1972
Lives: Rochdale, Lancashire
Occupation: Judo player
Category: B2 visually-impaired
Event: 73kg
Paralympics: Gold 1988, 1992, 1996. Bronze 2000
World titles: 1990, 1995, 1998
European titles: 1987, 1989, 1991, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001



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