1 Arm 1 Bein 1 Rad

Aktuelles

Aktuelles Behindertenradsport Berichte & Downloads Sponsoren & Links Photos Über mich -> Email -> Facebook Home

Carbon & Carbon
gleich und gleich
gesellt sich gern

zur aktuellen Beitrags-Liste

30.12.2007
Erfolge Behinderte bei den able-bodied

Der Amerikaner Jim Abbott wurde ohne rechte Hand geboren und wurde trotzdem ein hervorragender Werfer im Baseball. Bei den Spielen 1988 in Seoul war Baseball Demo-Sport, Jim Abbott warf die Vereinigten Staaten im Endspiel zu einem 5:3 Sieg über Japan.

Paola Fantato aus Italien nahm in einem Rollstuhl an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta am Bogenschießen teil. Gemäß Presse war sie, obwohl sie keine Medaille errang, eine Ermutigung für andere körperbehinderte Sportler.
Schon 1984 nahm eine behinderte Sportlerin an den Olympischen Spielen teil:

Interessant dabei (auch für die Integrationsdiskussionen derzeit), dass dies dem Reglement im Bogenschießen (es ist stehend zu schiessen) widerspricht:

# Archers must stand to shoot, according to the rule book. However, there have been two famous exceptions: Neroli Fairhall, a New Zealander paralysed from the waist down, made history by shooting from a wheelchair in 1984, while Paola Fantato, an Italian who was disabled by polio, repeated that stirring feat at the 1996 Games in Atlanta.


Noch interessanter dabei ist aber meiner Meinung, dass Paola 1996 auch bei den Paralympics im italienischen Team teilnahm, dabei eine Bronzemedaille im Einzel und eine Goldmedaille im Team erreichte.

Da taucht natürlich wieder die Frage auf, ob man jetzt behindert genug ist für den Behindertensport oder nicht?
Ein Sportler bei den Paralympics muss eine körperliche Behinderung haben, die mit einem Minimum Handicap festgelegt ist und ihn/sie funktionell in der sportlichen Bewegung einschränkt/behindert, sonst wäre er ja kein Behindertensportler.
Wenn ich nun aber bei den Olympischen Spielen teilnehme, ist das für einen Behinderten ein toller Erfolg, schon die Selektion dafür zu schaffen verdient Hochachtung.

Ob dann jedoch die moralische Rechtfertigung vorliegt, an Bewerben der Behinderten teilzunehmen, bezweifle ich. Wenn ich diesen die guten Plätze und Medaillen wegnehme, wofür/wie sollen sich diese dann motivieren?

Man kann nicht beides haben. Entweder ich will so wenig wie möglich behindert sein (oder bin es durch Training etc) und schaffe es bei den Bewerben der Leistungssportler teilzunehmen, dann ist das allein Erfolg genug (und es gibt ja auch Behinderte die dort Medaillen schaffen).
Bei den Behindertenbewerben dann eine Medaille holen zu müssen, wenn man es bei den Nichtbehinderten nicht schafft, das sollte zumindest im gleichen Jahr nicht gemacht werden.
Das ist dann das Rosinenklauben und hilft dem Behindertensport und vor allem den Sportlern mit einer schwereren Behinderung in keiner Weise.

Als das Beispiel zum meines Erachten richtigen Weg wäre Marla Runyan (Blind) zu nennen:
1996 noch Medaillengewinnerin bei den Paralympics qualifiziert sie sich im Läuferland USA für Sidney und wird als Achte beste Amerikanerin über die 1500 Meter. Seither nimmt sie nicht mehr an Behindertenbewerben teil, hält nationale Rekorde auf der Bahn und der Strasse, lief 2004 in Athen die 5000m etc.
That's it, im Sinne von: genau das ist es!


zur aktuellen Beitrags-Liste