1 Arm 1 Bein 1 Rad

Aktuelles

Aktuelles Behindertenradsport Berichte & Downloads Sponsoren & Links Photos Über mich -> Email -> Facebook Home

Carbon & Carbon
gleich und gleich
gesellt sich gern

zur aktuellen Beitrags-Liste

13.09.2004
Letzte Vorbereitungen für Athen

Früher als ursprünglich geplant brachten Wolfgang Eibeck, mein Sohn Fabian und ich am Mittwoch ca. 2/3 unseres Materials zur Spedition Schenker am Flughafen. Gott sei Dank mußte ich nicht für das gesamte Team alles einpacken (Wolfgang Dabernig und Michi Kurz brachten fast ihr gesamtes Gepäck zum Schenkersammelpunkt in Klagenfurt), trotzdem habe ich am Dienstag ca. 3 Stunden und am Mittwoch den ganzen Vormittag bis 13Uhr gepackt, beschriftet, geklebt etc.
Warum das so lange dauerte wußte ich dann am Flughafen als unser Gepäck (siehe Bild Athenmaterial.JPG) gewogen wurde. Wir brachten bereits 363kg auf die Waage, nehmen aber erst am Montag beim Flug unsere Straßenräder, Radprothese und etwas Gewand mit.

Aber ganz überraschend war das viele Gepäck für uns nicht, reisten wir doch bereits zur EM 2003 mit einem vollgefüllten Klein-LKW (Bild Material EM03.jpg) an.
Der große Unterschied zwischen uns und den Radfahrern bei den Olympischen Spielen? Es fehlt uns zwar etwas, aber wir haben auch mehr.
Fehlen tut uns irgendwo ein Glied (ein auch sonst sichtbares!!!) und mehr haben wir also an Gepäck, welches wir auch komplett selbst packen und den Transport organisieren müssen.
Wir starten ja auf der Bahn und auf der Straße, das bedeutet 2 Bahnräder, 2 für die Straße, Walze, Scheiben, Ersatzgarnituren,…. etc.

Wenn wir dann am Montag in Athen ankommen wird hoffentlich auch unser Gepäck vollzählig und unbeschädigt angeliefert sein. Dann werden die 4 „aufrechten“ Radfahrer (Dabernig und Eibeck Wolfgang, Kurz Michi und ich – Bild 4Athenstarter.jpg), sowie die 3 sitzenden Radfahrer (Handbiker Etzlstorfer Christoph, Mayrhofer Hans und Schattauer Wolfgang) mit der Betreuercrew (Hogl Christoph, Lanegger Paul, Kabarakis Vasilli und Gelter Manfred) ca. 800 kg Material ordnen und Teile davon zu Rädern zusammenzubauen.
Am Montag hoffen wir eigentlich auch noch den Straßenkurs besichtigen zu können, um so die Beine nach dem Flug und sicher langem Stehen davor und danach, auszulockern und auch die Strecke kennenzulernen.
Ab Dienstag trainieren wir dann wahrscheinlich wie die Bösen auf der Bahn und hoffen auf gute Beine für Samstag, denn da haben wir schon unseren ersten Bewerb (leider gleich am Tag nach der Eröffnungsfeier), nämlich die Quali für die 4000-Verfolgung bzw. Michi sein 1000er-Zeitfahren.

Meine Vorbereitungen liefen ja das ganze Jahr über recht gemischt: erst super Grundlagentraining im heißen Südafrika (habe unseren Winter „leider total verschwitzt“), dann mißlungene Phantomschmerzenbehandlung in Innsbruck mit schwerer Nervenentzündung.
Also statt zeitweise Phantomschmerzen zwei Wochen durchgehend Phantomschmerzen – war eine besch… Zeit. Hab mich dann wieder halbwegs aufgerichtet und in Gran Canaria so locker wie (dort) möglich begonnen neu aufzubauen. Übrigens haben wir dort bärige Typen aus dem österr. MTB-Lager getroffen, ein paar Steirer, Gsiberger und ein Kärnter – ich glaub kleine Teile von ihnen haben sich dort im Februar auf ihren Saisonhöhepunkt im Mai vorbereitet, so sind sie zumindest gefahren.

Meine folgenden Tests und Wettkämpfe zeigten auf, dass mehr fehlte als da war. Also gleitet man in einem Olympiajahr halt von einem kleineren oder größeren Tief zu einem kleineren Hoch und wieder retour. Bis August gab es kein größeres Hoch, erst die Rennen in Deutschlandsberg waren ein erster wirklicher Lichtblick.

Im Sprint nur um eine Zehntelsekunde das Finale versäumt (der in der Quali gegen mich fahrende Tscheche kam beim Start aus dem Pedal, also fuhr ich alleine) und beim Zeitfahren um eine Sekunde den 3. Platz versäumt (als Erster der Gruppe startend, keiner vor mir weil 2,5min Abstand zum Vordermann und die anderen starten im 30Sekunden Rhythmus hinter mir) zeigen das die Form doch im Kommen ist und läßt im Hinblick auf Athen wieder Hoffnung aufkeimen. Wenn dort (Athen) das in Deutschlandsberg noch fehlende Glück dazukommt sollte eine gute Plazierung gelingen.

Welche das sein wird hängt nicht nur von mir sondern natürlich auch von den anderen Fahrern ab.
Aber kämpfen werde ich
1. wie es sich für Paralympics gehört,
2. damit der zu Hause (in Tirol) gebliebene Christian besser schlafen kann,
3. unsere 2 neuen (sehr starken) Fahrer Manfred Gattringer und Ernst Scheiber voll Motivation mit dem Team 2005 in die int. Rennen gehen.

Was mich etwas beruhigt: Ich war im Training noch nie so gut wie im Wettkampf.



PS: Die Griechen wurden mit ihren Olympiavorbereitungen fertig, ich mit dem Basismaterial für die Homepage nicht.
Aber im Herbst sollte sie dann ergänzt werden und Infos über den Behindertenradsport bieten, Berichte und Ergebnisse von Rennen, Möglichkeiten zu Radumbauten für div. Handicaps, Wissenswertes über die von mir „gecoachten“,……….und vieles mehr.


zur aktuellen Beitrags-Liste