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24.08.2005
EM 2005 - ein Resümee

1. Ohne gute Fahrer und ohne guter Vorbereitung geht nichts: Hier haben wir voll gepunktet. Von 8 Fahrern aus der Gruppe der Amputierten holen 50% der Fahrer Medaillen, und zwar gleich 10 von 11 Medaillen, eine Medaille holt einer der fünf Handbiker. Diese schrammten auch mit ein paar 4.Plätzen nur knapp an den Medaillen vorbei und es fehlte ihnen natürlich der Medaillengarant Mayerhofer.
In der Nationenwertung Bahn schließen wir auf Platz 4 ab, gesamt Bahn und Straße auf Platz 7.

2. Das Rundherum muß passen: Von österreichischer Seite und aus Sicht der Fahrer sollte dies auch zutreffen, wenngleich der Veranstalter die Arbeit des Teams durch organisatorische Mängel erschwerte. Unser Betreuerteam mit Ärztin Michi Mödlin, Mechaniker Vassillis Kabarakis, Masseur Manfred Gelter und Betreuer Paul Lanegger und Didi Knöbl hatte tagtäglich genug Arbeit (einige mehr als genug), vor allem auf der Bahn ist eigentlich keine ruhige Minute und wir kamen ein paar Mal gehörig ins Schwimmen. DANKE ihnen und auch Reinhard Gattringer für Shuttledienste und die guten Fotos, sowie Elred Faist für die sehr gute Pressearbeit in Österreich.
Bei den Handbikern hatten die Betreuer Christian Peter und Ingrid Schattauer bei den beiden Straßenbewerbe ein wesentlich ruhigeres Leben.
Punkto Material sind wir Dank der 2 Projekte des „Fonds zur Förderung des Behindertensports“ schon auf einem sehr hohen Niveau. Einige Kleinigkeiten gibt es noch anzuschaffen, eigene Stoppuhren sind absolut notwendig, aber sonst läuft es (auch dank ZIPP).

3. Aufwand und Nutzen: Im direkten Vergleich lohnt der Aufwand, mit dieser Medaillenbilanz kann das gar kein Zweifel sein. Der Arbeitsaufwand der Vor- und Nachbereitung ist aber für eine Person bereits viel zu hoch: Radbekleidung holen, Trainingsbekleidung holen, Bus holen, Bahnmaterial aus Dusikastadion runtertragen - nach Tulln bringen und zwischenlagern, Tuffo-Reifen abholen, Zipp-Garnituren vorbereiten und Räder zum Reifen aufkleben bringen sowie wieder holen, eine Stoppuhr von A holen und eine von B und so weiter. Dazwischen Telefonate und Emails mit dem Veranstalter und Hotel. Wenn wir dann zurück sind das Gleiche wieder retour ergänzt mit Waschvorgängen (Bus, Bekleidung) und Abrechnungen, Berichte etc.
Zu allem Überdruss dann noch folgende Situation: am Mittwoch fahre ich mit dem Bus nach Wien zur Bahn und habe jemand zum Helfen und Zurückfahren mit einem 2ten Auto mit. Angekommen bei der Bahn teilt mir der Portier 1 ½ Wochen nach der Jun-Bahn-WM in Wien mit, dass die Kabinen noch mindestens 1-2 Wochen wegen einer „Generalreinigung“ nicht belegt werden dürfen. Kein Aushang, kein Email und keine Erwähnung auf der ÖRV-Website weisen darauf hin. Also Rückfahrt nach Tulln, dort ein Lager suchen in dem ich ca. 10Räder und 20 Ersatzlaufräder lagern kann, ausladen und morgen den Bus wieder in Wien abgeben. In 2 Wochen dann wieder einen Bus ausborgen, einladen, nach Wien fahren, ausladen, in die Kabine tragen, Bus zurückführen,………da kommt keine Freude auf.
Für die Zukunft gilt es Überlegungen anzustellen wie und wer was macht. Ohne mehr Hilfe (auch von Seiten der Fahrer) wird eine halbwegs professionelle Vorbereitung und Betreuung nicht mehr möglich sein, noch dazu wenn die Betreuer dies mit einem kleinen Taschengeld in ihrem Urlaub machen. Auch wird diese Hilfe der Betreuer teilweise durch Fahrer wie eine Selbstverständlichkeit angenommen, hie und da wollen sie auch ihren eigenen Weg gehen. Was in Zukunft gut ist für den einzelnen Fahrer und für das Team muss man herausfiltern, aber dass die Erfolge mehrerer Fahrer nur mit professionellerer Arbeit erreicht wurden und weiterhin möglich sein werden bin ich mir sicher. Dass dabei die komplette frühere Lockerheit von Behindertenwettkämpfen etwas verloren geht ist schade, aber Erfolge eines großen Teams werden wir ohne gute Arbeit nicht haben können.

11 Medaillen - sicher gehts vielleicht in den nächsten Jahren auch noch besser, aber trotzdem HURRA, wir waren noch nie so gut. Also die Medaillengewinner nochmals vor den Vorhang, denn ihre Beine waren es: Eibeck Wolfgang, Hohlrieder Alexander, Gattringer Manfred, Wilberger Christian, Putz Manfred


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